
Zelte
Wenn Katastrophen eintreten und Familien ihr Zuhause verlieren, können robuste Zelte Schutz bieten und ein Gefühl von Sicherheit und Normalität vermitteln – einen Ort, den man sein Zuhause nennen kann.
Familien, die von Katastrophen betroffen sind, benötigen bestmögliche Unterstützung, um sich zu erholen und ihr Leben wieder aufzubauen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Bedürfnisse der Menschen zu verstehen und unsere Hilfe stetig zu verbessern. Im Jemen führte dies zur Zusammenarbeit mit der BCHR (Benevolence Coalition for Humanitarian Relief), um Vertriebenen Notunterkünfte aus Sicherheitsnetzen anzubieten.
Jemen zählt weiterhin zu den Ländern mit den grössten humanitären Krisen weltweit. Jahrelange Konflikte haben Millionen von Menschen entwurzelt. Zwei Drittel der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Rund 4,5 Millionen Menschen sind im Jemen Binnenvertriebene. Besonders gross ist der ungedeckte Bedarf an Unterkünften im Gouvernement Marib.
ShelterBox und unser Partner BCHR unterstützen Tausende von Menschen in Marib mit Paketen, die Decken und Haushaltsgegenstände enthalten . Zusätzlich erhalten sie entweder ein Familienzelt aus Segeltuch oder Planen und Seile. Mit unseren Moskitonetzen bieten wir den Menschen eine robustere und besser an die örtlichen Gegebenheiten angepasste Übergangsunterkunft .

Eisennetzunterkünfte werden so genannt, weil sie aus einem Eisennetzrahmen bestehen, der auf einem Betonfundament errichtet ist.
Sie verfügen über eine feuerfeste Wärmedämmung. Die von BCHR in Marib errichteten Unterkünfte sind mit Wellblech verkleidet. Dadurch sind sie widerstandsfähiger gegen das raue Klima von Marib als andere, mit Plastikfolie bespannte Eisennetze. Die Unterkünfte haben ausserdem Holztüren und -fenster, die für bessere Belüftung und Privatsphäre sorgen. Dies trägt auch zum Sicherheitsgefühl der Bewohner bei. Die Unterkünfte sind zudem mit Lampen und Steckdosen ausgestattet.
Eisennetze sind lokale Notunterkünfte, die speziell im Jemen eingesetzt werden. Betroffene berichten uns, dass sie diese Netze als Unterkunftsmöglichkeit bevorzugen. Sie werden von den lokalen Behörden in Marib und dem Jemen Shelter Cluster (einer Organisation, die humanitäre Hilfe im Land koordiniert) als kurzfristige Lösung empfohlen. Darüber hinaus gelten sie als mittel- bis langfristige Lösung zur Unterstützung von neu Vertriebenen und Menschen, die sich in langwierigen Vertreibungssituationen befinden.
Viele Binnenvertriebene in Marib kennen diese Art von Unterkünften. Einige können sich ihre eigenen Eisennetze herstellen, wenn sie über das nötige Einkommen verfügen.

Die Materialien für die Eisennetzunterkünfte werden, soweit möglich, im Jemen beschafft. Die Wand- und Dachpaneele werden in Werkstätten in Marib gefertigt und anschließend zur Baustelle transportiert, wo sie montiert werden. Die Bewohner erhalten Schulungen zur Instandhaltung der Unterkünfte.
Die Eisennetze bestehen aus Paneelen mit festen Scharnierbolzenverbindungen. Das bedeutet, dass die Bewohner ihre Unterkunft bei Bedarf abbauen und an einem anderen Ort wieder aufbauen können. Sie erhalten eine Schulung dazu.
Die Bewohner können künftig bei Bedarf auch ihre eigenen Ressourcen nutzen, um ihre Unterkünfte anzupassen. Dies könnte beispielsweise die Vergrösserung des Wohnraums oder den Einbau von Trennwänden umfassen, um den Innenraum zu unterteilen und mehr Privatsphäre zu schaffen.

Marib liegt in einer Wüstenregion, weshalb die dort lebenden Menschen zu verschiedenen Jahreszeiten extremer Kälte und Hitze ausgesetzt sind. Das Wetter ist in dieser Region so rau und anfällig für schwere Überschwemmungen, dass Zelte, die in anderen Ländern für diesen Sektor empfohlen werden, im Jemen nicht lange halten – manchmal nur sechs Wochen. Im Jahr 2022 waren etwa 80 % des Landes von Sturzfluten betroffen. Der Jemen gilt zudem als eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder.
Eiserne Moskitonetze sind eine robustere und besser an die lokalen Gegebenheiten angepasste Form der Behausung und bieten einen besseren Schutz vor extremen Wetterbedingungen. Sie sind nicht für ein dauerhaftes Wohnen ausgelegt. Angesichts der anhaltenden Lage im Jemen könnten die Menschen jedoch jahrelang darin leben.
Neben den Notunterkünften aus Eisennetzen erhalten die Menschen auch vorrangig Haushaltsgegenstände wie Matratzen, Decken und Fussmatten.